Die Menner

Foto von Fionna Kessler

Das Theaterkollektiv Mennerdy wurde 2012 von Malte Andritter, Jonas Feller, Nico Franke und Hans Peters während ihres gemeinsamen Studiums an der Universität Hildesheim gegründet. Für die Produktion „Mein Beileid 1.9“ gesellte sich 2018 Jens Schmidt als fünftes Mitglied dazu.

Nach ersten Experimentierversuchen entstand Ende 2012 im Rahmen der studentisch organisierten Mini-Dionysien die Debüt-Arbeit Maria, wir schlafen nicht. In den darauf folgenden Arbeiten erforschten und entwickelten Mennerdy ihre gemeinsame künstlerische Sprache. Dabei entstanden 2013 Maria: Belye Noci für das studentische Festival State of the Art*5 und Wildnis ruft! als Residenzproduktion auf dem Skandaløs-Festival in Schleswig-Holstein. Es folgte 2014 im Rahmen des Nachwuchsförderprogramms deBühne des Theaterhaus Hildesheim die Produktion Carmina Mechanica, welche im folgenden Jahr zur Wiederaufnahme kam.

Für die Ausstellung Liebe deine Maschine des Kunstverein Hildesheim e.V. entwickelte Mennerdy 2015 die Performance Carmen und Maria: Mothers of Machines in den Ausstellungsräumlichkeiten des Weinsziehr Hildesheim. Diese Produktion war als Medley der bisherigen Arbeiten angelegt und wurde 2017 auf dem Skandaløs-Festival erneut aufgeführt. Im Sommer 2016 entstand für das Holzrock-Festival in Baden-Württemberg mit Wetterleuchten eine erste Skizze einer Produktion für junges Publikum ab 6 Jahre. Im Januar und Mai 2019 haben wir an dieser im Rahmen des TryOut! vom Dschungel Wien in der 1. und 2. Runde weitergearbeitet.

Das begehbare Hörspiel Mein Beileid 1.9 stellt 2018 die erste überregionale Produktion dar. Mit über 20 Aufführungen in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen werden neben klassischen Theaterräumen auch Kirchen und Industriehallen zu szenischen Erfahrungsräumen.

Mennerdy arbeiten an der Schnittstelle von Theater, Installation und Hörspiel. Dem liegt das Vorhaben zugrunde, neben den Körpern und Stimmen der Darstellenden auch alle weiteren szenischen Mittel, wie Licht, Ton und Raum gleichwertig zu behandeln und zu nutzen. Mennerdys Arbeiten legen immer Wert darauf, die klassische Publikumssituation aufzubrechen und die Zuschauenden in einen atmosphärisch gestalteten Raum mit einzubeziehen. Mennerdy verstehen sich als Geschichtenerzähler und erforschen mit ihren Produktionen alternative Erzählmethoden und -techniken zum gesprochenen Wort. Sie entwickeln dabei Dramaturgien die sich stärker an Rhythmus und Musikalität als an dramatischer Handlung orientieren. Es werden Bild- und Klangräume eröffnet, die die Assoziation des Publikums fordern und sich einer eindeutigen Lesbarkeit entziehen.

Mennerdy beschreiben sich selbst als sichtbare Operatoren der Aufführung. Sie sind Performer, Techniker, Dramaturgen, Autoren, Soundkünstler, Regisseure in einem. Das Zeigen und Ausstellen der sonst unsichtbaren Vorgänge des Theaters ist immer auch Teil der Aufführung. Die Prozesse der Herstellung szenischer Bilder werden offengelegt und als ästhetisches Potenzial begriffen.